Da ich voraussichtlich bald wieder etwas mehr Zeit für mein Hobby – dem Modellfliegen – aufwenden kann bin ich bereits wieder am Recherchieren was neue Gadgets dafür anlangt.
Die Auswertung von Flugdaten ist nicht nur bei manntragenden Flugzeugen wichtig. Auch in Flugmodellen kann man damit einiges lernen und optimieren.
Grundsätzlich interessiert mich, wie hoch ich mit meinem Segelmodell unterwegs bin/war zumal ich zugegebenermassen höhensüchtig bin. Immer wieder entlockt es mir ein Lachen, wenn der Segler immer kleiner wird, obwohl das Lachen dann schnell in angsterfüllten Adrenalinausstoß umschwenken kann, wenn dann noch die Thermik ihr übriges dazu tut.
Ein Variometer (zum Thermiksegeln unerlässlich) besitze ich ja bereits, verwende es jedoch nicht immer und in jedem Modell. Ausserdem misst ein Variometer zwar die aktuelle Flughöhe und überträgt etwaige Änderungen und etliches mehr direkt an den Piloten. Nachteil des Varios ist halt doch das eher hohe Gewicht von ca. 30g, zumal ich versuche beim Thermiksegeln jedes unnötige Gramm zu vermeiden. Der Preis von ca. 250-300 EUR schreckt sicher auch den einen oder anderen davon ab.
“HowHeigh” und “HowFast” von WingedShadow
Eine äußerst günstige Variante um nachträglich die maximale Flughöhe zu ermitteln bietet die Firma Winged Shadow mit deren Produkt “HowHeigh“. Mit seinen nur 2g kann man es wirklich in jedem Fluggerät problemlos mitnehmen. Die Anzeige erfolgt mittels blinkender LEDs, die man nach der Landung einfach abliest. Ähnlich verhält es sich mit dem Produkt “HowFast” das mittels Luftstrommessung die
Fluggeschwindigkeit ermittelt.
HowFast ist um 1g schwerer. Hinzu kommen dann noch Silikonschläuche und 10cm lange Aluröhrchen.
Neben dem geringen Gewicht ist hier auch der Preis verlockend. HowHeigh bekommt man in Österreich z.B. bei der Firma DMT für 29.90 EUR, in den USA bietet HobbyCity dasselbe für etwa 23 EUR an.
HowFast habe ich bisher noch bei keinem Händler in Österreich gesehen, ist aber bestimmt nur eine Frage der Zeit. Bei HobbyCity liegt der Preis bei etwa 25 EUR.
Altimeter Microsensor V3 und Airspeed Microsensor V3 von EagleTree
Die Firma EagleTree hat bereits für August 2008 eine interessante Alternative zu den Produkten von Winged Shadow angekündigt. Die beiden Geräte Altimeter Microsensor V3 und Airspeed Microsensor V3 lassen sich im standalone Betrieb einsetzen und zeigen dann ähnlich dem HowHeigh (bzw. HowFast) von Winged Shadow die maximale Flughöhe über ein 7 Segment Display an. Gewicht jeweils 4g,
also doppelt so schwer wie HowHeigh, aber noch immer so leicht dass es mehr oder weniger bedenkenlos in nahezu jedem Flugmodell mitgenommen werden kann. Neben dem standalone-Betrieb kann man die beiden Sensoren auch zusammen mit dem eLogger V3 verwenden, der dann gleich eine Vielzahl an Messungen während dem Flug ermöglicht.
So kann man z.B. neben Strom, Spannung optional mithilfe von AddOn-Sensoren auch Temparatur, Drehzahl, Servostrom sogar GPS-Koordinaten und natürlich auch Flughöhe und Geschwindigkeit aufzeichnen. Die Auswertung findet dann per USB am Rechner statt, kann aber auch über ein optionales Display abgerufen werden. Preislich liegt EagleTree‘s Altimeter Microsensor V3 mit etwa 25 EUR in etwa gleichauf mit seinem Konkurrent HowHeigh von Winged Shadow. Selbiges gilt für den “Airspeed Microsensor V3″, der kostet dann ca. 28 EUR inkl. Schläuche und Röhrchen.
zzt. gibt es nur offizielle Preise direkt beim Hersteller. Erfahrungsgemäß wird der Strassenpreis z.B. bei HobbyCity darunter liegen.
Der flexible Einsatz und die einfache Erweiterbarkeit bzw. Kombination der EagleTree Komponenten führen zu einem besseren Preis/Leistungsverhältnis als die von Winged Shadow.
Allerdings muss man sich hierbei noch bis zur tatsächlichen Verfügbarkeit gedulden… Der “eLogger V3″ fällt mit 32 EUR (bei hobbycity.com) wirklich günstig aus, wenngleich mit seinen 20g das Ding nicht gerade als Fliegengewicht zu bezeichnen ist.
Mit dem Seagull-System bietet EagleTree eine interessante Kombination aus Logger und Vario an. Eigentlich ein komplettes Telemetrie-System, welches zum einen Aufzeichnung aller relevanten Daten ermöglicht, zum anderen diese auch gleich an den Piloten auf ein Display übertragen kann. Preislich ca. auf selben Niveau mit einem herkömmlichen Vario. Allerdings wäre interessant, ob dieses auch geringste Thermik mit nur wenigen cm/s anzeigen kann…
zlog von Hexpert Systems
Ebenfalls interessant ist zlog von Hexpert Systems. Ein reiner Flughöhenlogger mit nur 8g. Ein Miniaturdisplay ermöglicht direkt die Ablesung der maximalen Flughöhe unmittelbar nach dem Flug.
Die MOD4 Variante ist derzeit nicht lieferbar, die etwas ältere MOD3 Variante fällt mit etwa 54 EUR ziemlich teuer aus. Rechnet man dann noch das USB-Interface von 17 EUR dazu, welches man benötigt um die aufgezeichneten Daten auf den PC zu bekommen wird das zlog einfach zu teuer im Vergleich zu anderen Produkten. Auch in Sachen Erweiterbarkeit ist das zlog eher eine Insel. Lediglich das geringe Gewicht wäre noch ein Argument, das dafür spricht.
unilog von sm-modellbau
Die
teuerste Möglichkeit von allen ist das im deutschsprachigen Raum sehr bekannte unilog der Firma sm-modellbau mit 89 EUR. Ähnlich flexibel und modular wie der eLogger, dafür jedoch fast der 3-fache Preis bei etwa einem Viertel des Gewichts (6g). Höhen- wie auch Temparaturmessung ist hier im Vergleich zum eLogger bereits integriert. Strom, Spannung, Temparatur, Drehzahl, Geschwindigkeit,… kann mit zusätzlichen Sensoren modular erweitert werden. Auch ein Display zum direkten Ablesen wird wie bei EagleTree optional angeboten.
Fazit:
Je nach Anforderung und gewünschter Investition muss jeder für sich die richtige Lösung finden. Das Spektrum reicht von einer einfachen Maximalanzeige bei 2g für 25 EUR bis zu einem vollständigen Logger mit 6g bei 89 EUR:
Will man lediglich die maximal erreichte Flughöhe wissen und ist minimalstes zusätzliches Gewicht (2g) erwünscht, sollte man zum HowHeigh von Winged Shadow (~ 25 EUR) greifen. Kann man die zusätzlichen 2 gramm verschmerzen, so ist bei gleichem Preis – sobald lieferbar – der Altimeter V3 von EagleTree die bessere Alternative, da leichter ablesbar und eventuell mit eLogger kombinierbar.
Reicht einem die maximale Flughöhe nicht , sondern möchte man sich lieber den Verlauf über den gesamten Flug ansehen gibt es mehrere Varianten;
Am wenigsten Gewicht schleppt man mit dem unilog mit. Allerdings zahlt man für die leichten 6g den höchsten Preis (ca. 89 EUR) aller Systeme. Das unilog bietet dafür eine Vielzahl von Erweiterungen die vielleicht später einmal interessant werden könnten.
Das zlog ist mit 71 EUR (Gerät und Kabel) nur ein klein wenig günstiger als das unilog, hat um 2g mehr und ist nicht mit anderen Sensoren erweiterbar.
Der eLogger V3 zusammen mit dem Altimeter V3 ist die schwerste Lösung (24g), kostet dafür nur ca. 57 EUR. die aktuelle Version des Altimeter gibt es zzt. sogar relativ günstig (~15 EUR) bei HobbyCity. Somit hätte man um wengier als 50 EUR einen Datenlogger für Flughöhe, Strom und Spannung der sich später noch um weitere Sensoren erweitern lässt.