Modellbau

Rein in die Welt des Modellbaus

Endlich sind alle Komponenten da und es kann los gehen. Der Geruch von Lötzinn macht sich in der Wohnung breit, Superkleber, Schrumpfschlauch, usw. ist überall in der Wohnung verstreut.

So in etwa muss man sich derzeit meine Wohnung vorstellen.
Nein, ganz so chaotisch geht”s natürlich nicht ab. Da es draussen kalt ist, stürmt und schneit mache ich es mir daheim gemütlich und gönne mir alle Freizeit um Schritt für Schritt in der wunderbaren Welt des Modellbaus Fuß zu fassen. Akku-Ladekurven studieren, Sender einstellen, justieren, am Simulator üben, dann wieder ein wenig weiterbasteln am Modell. Einfach herrlich. Auf diese Weise kann ich wunderbar abschalten vom Alltag, Beruf und Stress.
Nach und nach wird hier auf der Seite über den Bau und hoffentlich Flug-Fortschritt berichtet. Im ersten Teil nun ein paar Bilder und etwas erklärenden Text zur Grundausstattung, warum ich gerade diese und keine anderen Komponenten gewählt habe und wie es mir bis jetzt so damit geht…

Der Sender

Etwas sehr groß, dafür aber sehr übersichtlich und funktionell gestaltet.
Rechts oben sieht man die 3.5mm-Buchse des DSC-Moduls zum Anschluss des Senders an den Simulator. Hierbei wird dann automatisch der HF-Sendeteil deaktiviert. Dies spart Strom und stellt zugleich sicher, dass man nicht gleichzeitig wirklich etwas mit der Fernsteuerung anspricht.mc_19
Hier sind die Bügel ausgeklappt, an denen man einen Riemen befestigen kann, um den Sender nicht die ganze Zeit halten zu müssen. Hängt sich nämlich ganz schön an, so ein Ding. Zum einen relativ schwer, zum anderen ist da dann auch noch die Antenne. Da leidet dann sonst die Handhabung der Steuerknüppel schon ganz schön darunter.

 

 

 

Ich war mir von Anfang an nicht ganz sicher, welchen Sender ich mir kaufen soll. letzten Endes entschied ich mich dann doch für das etwas teurere Modell, da mir dies am zukunftssichersten erschien. Die Verarbeitung wird dem Preis gerecht, d.h. man hält da nicht so einen Joghurtbecher in der Hand, sondern hat schon das Gefühl von Stabilität. Auch die Menüführung und mc19-in-betriebKonfiguration ist sehr einfach bei gleichzeitigem großen Umfang. Dies ist sicher nur durch das großzügige Grafik-Display und den Drehbutton möglich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Innenleben der MC19

‘Der Gehäusedeckel der MC-19 lässt sich relativ einfach abnehmen, hierzu ist keinerlei Werkzeug notwendig. Einfach die beiden Schieber zusammenschieben und den Deckel anheben.deckel

Dies ist notwendig um die ausklappbaren Bügel zu montieren, an die dann später der Sender-Riemen befestigt wird. Dazu müssen nur noch die vorgesehenen Löcher durchstossen werden, die Bügel eingefädelt und festgeschraubt.
Die Sende-Antenne ist auch im Gehäusedeckel versenkt, da diese zum Transport und zur Aufbewahrung des Senders nicht montiert wird.

 

 

 

 

Kaum ausgepackt, und schon zerlegt.
So sieht die MC-19 innen aus:

innenleben_mc19
Ganz unten der NiMH Sende-Akku, oben in der Mitte der 35MHz HF-Teil mit Sender-Quarz.
Links oben sieht man das DSC-Modul welches ich verwende, um die MC-19 mit dem Flugsimulator zu verbinden. Das Modul besitzt eine 3.5mm Klinken-Buchse, die leider als Stereo und nicht als Mono ausgeführt ist. Daher muss man den Stecker halb reinfummeln, damit das Signal für den Simulator dann auch stimmt und dort richtig erkannt wird. Ich mußte am Stecker das Signal2 auf Masse legen, so dass nun ein quasi Mono-Stecker übrigbleibt. Das mit dem halb reinstecken hat mir gar nicht gefallen. Zum einen ist es eine ziemliche Fummelei, zum anderen fällt dann der Stecker gleich mal raus und die Simulation ist dann zum Vergessen, da das Modell unweigerlich unkontrollierbar ist. Außerdem war ich mir nie so sicher, ob auch wirklich der HF-Teil durch das halb-reinstecken deaktiviert wird.
Gleich ein kleines Stückchen darunter leicht nach rechts sitzt eine flinke Sicherung die beim Ausliefern der MC-19 nicht dort saß.
Diese ist notwendig, um den Sende-Akku direkt über die Ladebuchse der MC-19 mittels Automatik-Ladegerät wie dem Ultramat 10 laden zu können. Für normale Ladegeräte muß die Sicherung entfernt werden. Dafür hat man dann einen Verpolungsschutz, der mit der Sicherung deaktiviert wird. Eigenartig, ist aber so.
Rechts sieht man einen Metallbügel, die sogenannte Bremsfeder. Diese verwende ich für die Motordrossel, da beim Easystar nicht allzu dynamisch die Drehzahl verändert werden muss und daher die Handhabung des Senders etwas bequemer wird.

 

 

bremsfederGraupner liefert für die MC-19 auch gleich eine sogenannte Bremsfeder mit. Diese besteht aus 2 Metallplättchen, die auf der Rückseite des ensprechenden Steuerknüppels angebracht werden.

Ich verwende die Bremsfeder um den linken Steuerknüppel in vertikaler Richtung entsprechend zu bremsen. Auf dem linken Steuerknüppel liegt bei mir die Ansteuerung der Motordrehzahl. Mir persönlich ist der sogenannten Mode 4 am sympatischsten. Das hält jedoch jeder individuell anders. Beim Mode 4 liegt das Gas und Querruder links, das Höhenruder und Seitenruder rechts.
Da ich beim Easystar (im Gegensatz zu eventuellen Kunstflugmodellen) voraussichtlich die Motordrehzahl während dem Flug nicht so sehr dynamisch verändern werde, möchte ich den Knüppel nicht andauernd in einer bestimmten Position halten müssen. Daher baue ich dort die Bremsfeder ein.
Zu erkennen in der Bildmitte (der Metallbügel).
Die Rückstellfeder habe ich hingegen ausgehängt und entfernt. Ist mir beim Gas einfach unangenehm.

 

 

Ladegerät

Das Ladegerät Ultramat 10 ist relativ kompakt, hat Ladeprogramme für NiMH, NiCd, LiIon und Lipo-Akkus, Delta-Peak-Abschaltung von 0.1mV-25mV und einen einstellbaren Ladestrom von 0.1 – 5A. Das Ladegerät kann sowohl an der Netzsteckdose als auch direkt über die Autobatterie verwendet werden. ultramat_10
Einziger Kritikpunkt bis dato ist meiner Meinung nach, dass die Zeitautomatik max. bis 300min (5h) geht, was für eine Formierung von NiMh-Akkus nicht ausreicht. Da sich diese Zeitautomatik nicht abschalten lässt muss man dann eben den Ladevorgang händisch nochmal starten.
Sender-Ladekabel und Hochstrom-Ladekabel muss man extra erwerben (oder basteln).

 

 

 

 

 

 

 

 

Akku mit Hochstromstecker 

Der Akku GP1100AFHR (Golden Peak 1100mAh) besteht aus 8 Zellen und wird vorkonfektioniert geliefert.

Bei elektrofly habe ich 22.50 EUR dafür bezahlt. Ich hab mir gleich zwei davon gekauft. So kann ich einen aufladen, während der andere in Verwendung ist.
Vorkonfektioniert heisst, die 8 Zellen sind bereits miteinander (seriell) verlötet und somit hat man einen Akku mit einer Gesamt-Spannung von 9.6V und 1100mAh Kapazität.
akku-mit-hochstromstecker
Was noch fehlt, ist der Stecker. Da sich wie in vielen anderen Bereichen auch im Modellbau kein einheitlicher Standard durchgesetzt hat bleibt das dem Modellbauer überlassen. Ich habe mich für die Hochstromstecker von MPX (Multiplex) entschieden. Sie sind verpolungssicher und bis 35A ausgelegt.
Die Stecker und Buchsen sind jeweils 6-polig, d.h. für diesen Zweck werden jeweils 3 Kontakte miteinander verlötet.

Um die beiden Kabel voneinander zu isolieren verwende ich Schrumfschlauch aus dem Baumarkt.
Von diesem schneide ich etwa 2 cm lange Stücke runter und schiebe jeweils einen über das zu verlötende Kabel. Beim Anlöten unbedingt darauf achten, dass alles schön miteinander verschmilzt und keine kalte Lötstelle entsteht. Dies wäre fatal für den späteren Flug. Nach dem die Kabel angelötet sind (auf die Polung achten!!!!!) wird der Schrumpfschlauch über die Lötstelle geschoben und mittels Föhn erhitzt. Dabei verringert sich der Durchmesser des Schrumpfschlauchs auf ungefähr die Hälfte. In der Länge ändert sich kaum etwas (ca. 5%). Das tolle daran ist, dass sich durch das Zusammenziehen des Materials dieses verhärtet. Das bedeutet auf diesem Weg isoliert man nicht nur die Anschlüsse, sondern hat auch gleich einen Knickschutz und soetwas wie eine Zugentlastung. Leider habe ich zZt. keinen Schrumpfschlauch mit ausreichendem Durchmesser um den Stecker komplett mit den beiden Anschlusskabeln zusätzlich zu isolieren. Aber egal, das mache ich später.

So sieht der Anschluss fertig aus. Die beiden Schrumpfschläuche schützen die Anschlüsse vor Verknicken und Kontakt.
Nach dem Auskühlen des erhitzten Materials ist dieses relativ hart und doch ein wenig elastisch.

akku-mit-hochstromstecker-komplett

Nun geht”s ans Aufladen der Akkus. zZt. sind sie komplett leer. Das Voltmeter zeigt mir eine absolute Null an. Bei NiMh ist das nicht unüblich. Zum einen entladen sich NiMH-Akkus schneller als LiPo-Akkus. Zum Anderen ist der Transport von ungeladenen Akkus bestimmt sicherer, als wenn diese geladen werden. Kaum auszudenken was bei einem eventuellen Kurzschluss beim Versand der Akkus passieren könnte.
Die Spezifikation vom Hersteller gibt zum Schnell-Laden 0.5 bzw. 1C (also 550mA bzw. 1100mA) und ein Delta-Peak von 5mV an.
Beim ersten Laden entscheide ich mich dennoch für lediglich 0.1C (110mA). Das dauert dann zwar 10-16 Stunden, allerdings ist ein sogenanntes Formieren der Akkus gerade beim ersten Laden empfehlenswert, gehört aber auch später ab und zu in zeitlichen Abständen von vielleicht 1-2 Monaten zu einer guten Akku-Pflege. Das Formieren hat denn Sinn sicherzustellen, dass alle Zellen gleich voll sind. Andernfalls könnte es passieren, dass manche Zellen (die volleren) überladen und somit beschädigt, während die übrigen Zellen nicht voll geladen werden und dann bei der Verwendung zu tief entladen und somit ebenfalls beschädigt werden. Da man üblicherweise NiMH-Zellen problemlos mit 0.1C überladen kann, ohne diesen zu schaden, lädt man nun alle Zellen mit 0.1C für 10h. Theoretisch sind die Zellen dann nach 10h voll. Nun lädt man jedoch die Zellen noch zusätzliche 4-6h somit sind dann garantiert alle Zellen gleich voll.

 

Elektronik

Hier die komplette Elektronik, für den Easystar bestehend aus:

elektronik

- 2 Stück Flugakkus GP1100 8-Zellen NiMH 1100mAh, 9.6V (werden abwechselnd geladen bzw. eingesetzt)

- Flugregler Jeti JES 020

Auch hier habe ich MPX Hochstromstecker und Buchse angebracht, um dann Motor bzw. Akkus anschliessen zu können. Für den Empfänger ist bereits ein Anschlusskabel mit Stecker am Regler angebracht. Weiters gibt es natürlich noch einen Schalter um das komplette Flugmodell stromlos zu machen.

Der JES 020 übernimmt gleich mehrere Funktionen auf einmal:
- regelt die Motordrehzahl entsprechend dem Signal, welches der Empfänger vom Sender für die Motordrossel bekommt.

- versorgt den Empfänger samt Servos mit 5V, so ist kein extra Empfangsakku notwendig. (BEC = Battery Elimination Circuit)

Zur Konfiguration von Akku-Type und Bremse (Motor wird rasch abgeschalten anstatt auszulaufen) hat der JES 020 einen Jumper, der den Regler in 4 unterschiedlichen Modis versetzt. Die Akku-Type ist notwendig um die entsprechende Schwell-Spannung für die Motorabschaltung vorgeben zu können. Die Entlade-Kurve von NiMH, NiCd und LiPo sieht unterschiedlich aus. Somit muss man dem Regler beibringen, wie dieser wann zu reagieren hat. Die Motorbremse ist eigentlich nur für Segler notwendig, die deren Luftschraube zusammenklappen können. Dies ist beim EasyStar nicht der Fall. Hier wird ein ganz normaler Propeller (Günther Luftschraube) verwendet. Daher nehme ich Modus 2.
- sollte die Akku-Spannung auf ein bestimmtes Mass absinken, so wird automatisch der Motor abgeschaltet, die restliche Akku-Energie wird dann nur noch dem Empfänger samt Servos überlassen, so dass eine Notlandung (ohne Motorisierung) möglich ist.
Der JES 020 ist für einen max. Strom von 20A ausgelegt. Dies sollte für den im Easystar zum Einsatz kommenden Motor Permax 400 reichen. Dieser 6V-Motor hat eine Leerlaufdrehzahl von 17400 U/min. Der maximal-Strom ist mit 8A angegeben, während der Motor bei 3,5A seinen besten Wirkungsgrad entfaltet. Zusammen mit der Stromaufnahme der beiden Servos (jeweils 280mAh ohne Last) dem Empfänger und dem Regler selbst sollten 20A leicht ausreichen.

- 2 Micro Servos Hitec HS 81

- Empfänger Graupner C17 35MHz mit Empfängerquarz passend zum Senderquarz der MC-19

Der C17 besitzt volle Reichweite, d.h. gut 800-1000m. von den 8 verfügbaren Kanälen verwende ich jedoch im Easystar nur 3 (Höhenruder, Seitenruder, Motordrossel). Der Empfänger war gleich im Set mit dem Sender enthalten. Daher kaufe ich keinen extra Empfänger für den Easystar. Die 8 Kanäle bieten genug Freiraum für spätere Erweiterungen wie Querruder, Fahrwerk, Fernauslöser von Kamera, Licht,…

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