Die rechte Flächenhälfte
Ich folge der Anleitung, welche vorsieht mit den Tragflächen zu beginnen.
Hier bietet sich die rechte Flächenhälfte an, da diese am Bauplan detaillierter ersichtlich ist. Zuerst wird das kleine Balsabrettchen an beiden Enden leicht abgeschrägt. Die Anleitung ist hier etwas dürftig und mir ist nicht ganz klar in welche Richtung hier abgeschrägt werden soll. Nachdem ich mir jedoch genauer angesehen habe, wozu das Brettchen genau da ist, gibt es keine Fragen mehr; an der hinteren Seite wird das Brettchen so abgeschrägt, dass die Endfahne später möglichst plan aufliegt. D.h. die Schräge am hinteren Ende des Brettchens setzt die Schräge der Rippen am hinteren Ende fort. (siehe Bild links)
Am vorderen Ende des Balsabrettchens hingegen soll die Abschrägung helfen,
dass beim späteren Biegen des Brettchens entlang des vorderen Bereiches der beiden inneren Sperrholzrippen ein nahtloser Übergang entsteht (siehe Bild rechts).
Kurz gesagt, das Brettchen muss vorne unten und hinten oben abgeschrägt werden. Dies geht am einfachsten mit einem Schleifklotz;
feines Schleifpapier auf ein Holzbrett-Reststück aufkleben und damit vorsichtig schleifen und immer wieder das Resultat überprüfen. Balsa ist sehr weich und da hat man gleich mal zu viel weggeschliffen.
Nach dem beide Enden ensprechend abgeschliffen wurden, das Brettchen sowie die untere Hälfte des Hauptholms auf das Baubrett pinnen und dann die beiden inneren Sperrholzrippen aufkleben. Ich verwende dazu Holzleim und überprüfe mit einem Geo-Dreieck den rechten Winkel. Bei der innersten Rippe ist eine leichte Schräglage vorgesehen, welche später zur V-Form der Fläche dienen soll. Bei der 2. Rippe soll man anfangs mal das
kleine Dreieckchen an der Oberseite stehen lassen und erst später wegschneiden/schleifen. Ehrlich gesagt ist es eine regelrechte Fummelei die 2. Rippe auszuschneiden, während der vordere mit dem hinteren Teil nur über einen seidenen Faden miteinander verbunden ist. Macht aber nichts, solange man dann die komplette Rippe entsprechend entlang der Kante aufklebt.
Das Einkleben der restlichen Balsa-Rippen erfolgt in gleicher Manier völlig problemlos. Ist der Leim ausgehärtet wird das vorhin erwähnte kleine Dreieckchen der 2. Rippe entfernt und dann die obere Hälfte des Hauptholms aufgeleimt. die Halbrippen (ebenfalls aus Balsa) werden dann in die so neu entstandenen Schlitze eingeleimt. 
Während die Verklebungen trocknen, widme ich mich den Servohalterungen. Völlig unspektakulär, lediglich drauf aufpassen, dass man eine linke und eine rechte Halterung baut, d.h. legt man beide Halterungen nebeneinander, kommt der Boden einmal unten, das andere mal oben drauf.
Sieht dann etwa so aus:
Die Endfahne F14 kann bereits aufgeleimt werden und obwohl die Anleitung beschreibt, zuerst das Kohlefaserrohr als Nasenleiste aufzukleben und erst danach die Querruder-Verstärkung, empfehle ich die umgekehrte Reihenfolge zu wählen. So lassen sich die beiden Rippen zwischen der QR-Verstärkung leichter auseinanderbiegen um die Verstärkung einzusetzen.
An dieser Stelle wundere Ich mich warum die Teile F15-F17 so scheinbar ungenau vorgefertigt sind und stufig überstehen. Bisher hat doch alles so unglaublich exakt gepasst und dann sowas. “Naja, egal”, denke ich, “wird schon einen Sinn haben”. Und den hat es auch wie sich bald darauf zeigen wird.
Nun klebe ich das Kohlefaser-Rohr mit Sekundenkleber in die dafür vorgesehenen Ausnehmungen der einzelnen Rippen. Hier nehme ich meine “Helping Hand”, welche ich normalerweise zum Löten verwende zur Hilfe. Mit den beiden Kroko-Klemmen der Löthilfe positioniere ich das Carbon-Rohr direkt vor der Tragfläche unmittelbar dort, wo sie verklebt werden soll. So sehe ich am besten wo der Klebstoff hin muß. Die Löthilfe hält das Rohr, während ich vorsichtig den Klebstoff an den einzelnen Stellen direkt vor den Rippen auf das Rohr auftrage.
Dann drehe ich das Rohr leicht in der “Helping Hand” und drücke sie in die Ausnehmungen rein. Die “Helping Hand” benötige ich nun nicht mehr. Dafür fixiere ich das Carbon-Rohr mittels Nadeln, so dass dieses während dem Aushärten des Klebers die richtige Position behält. Beim Einkleben des Rohres sollte man darauf achten, dass das Rohr auf keinem Fall an der inneren Rippe übersteht. So erspart man sich nachträgliches wegschleifen. Ich lasse das Rohr leicht an der äußersten Rippe überstehen.
Solange der Superkleber noch nicht getrocknet ist sollte man noch die Position der einzelnen Rippen überprüfen und ggf. korrigieren. Die Servohalterung kann jetzt auch gleich noch eingeklebt werden. Ich verschleife die Kanten der Servohalterung noch ein klein wenig, so dass die Halterung leicht in die Fläche rutscht.
Das Tragflächenende besteht im Gegensatz zu den anderen Rippen aus 4mm starkem Balsa. Ich drücke es zuerst einmal etwas fester auf, da der Holm und das Carbon-Rohr ein klein wenig übersteht. Das Balsa ist so weich, da zahlt es sich nicht aus die überstehenden
Teile wegzuschleifen. Jetzt noch das Tragflächenende aufleimen, trocknen lassen und danach die Fläche vom Brett nehmen um sie zu verschleifen. Das Tragflächenende wird abgerundet verschliffen. Nach kurzer Überlegung was das Querruder angeht macht nun das stufige Überstehen der Querruderverstärkung auch Sinn und ich verschleife es vorsichtig mit einer Schräge, so dass die Verstärkung mit der Endfahne und den Rippen (von denen die Verstärkung umschlossen wird) einen nahtlosen Übergang ergibt.
Das Querruder
Ich verwende wiederum den rechten Teil des Bauplans um das Querruder aufzubauen. Hier gehe ich Schritt für Schritt nach Anleitung vor und wundere mich warum sich nun eigentlich der Schlitz für das Ruderhorn zwar grundsätzlich an der richtigen Stelle in bezug auf das Servo befindet, nur eben an der Oberseite der Fläche, wo doch eigentlich der Servo-Arm an der Unterseite ausgeführt
wird.
Das Rätsel ist leicht gelöst: Das soeben am rechten Teil des Plans aufgebaute Querruder ist eigentlich das für die linke Tragfläche. Beim Aufleimen der einzelnen Dreieckchen für das Querruder sollte man auch darauf achten, dass diese richtig rum angeleimt werden. Die Querschnittzeichnung am Plan sollte jedoch keine Fragen mehr offen lassen. Aufgrund der Tatsache dass die Leiste F23 des Querruders nicht im rechten Winkel anliegt, ensteht ein Spalt, welchen ich mit Leim auffülle. Nachdem der Leim ausgehärtet ist, schleife ich das Querruder gemäß der Querschnittszeichnung im Plan. Die überstehenden Spitzen der Dreieckchen werden auch gleich noch weggeschliffen.
Die linke Flächenhälfte
Mit der linken Tragfläche gehe ich exakt gleich vor, wie bei der rechten Fläche. Nur ist hier alles genau spiegelverkehrt, was manchmal ein wenig umdenken erfordert.
Jede der beiden Flächenhälften hat 26.2 gramm. Die Querruder sind jeweils 2.9 gramm leicht.
Beide Flächenhälften vereint – eine “große” Tragfläche
Mittels dem Flächenverbindungsholm wird aus den beiden Flächenhälften eine einzelne Tragfläche. Ich versuche den Flächenverbinder - welcher aus zwei länglichen zuvor verleimten Sperrholzbrettchen besteht – in die dafür vorgesehenen Schlitze zu schieben, was jedoch fast unmöglich ist, da die Ausnehmungen in den Rippen einfach zu eng sind. Macht nichts, besser so als zu lose.
Also schleife ich den Verbindungsholm noch soweit ab, bis er so flach ist, dass er ohne zu allzu großen Kraftaufwand in die Schlitze der innersten Sperrholz-Rippen in der Fläche rutscht. Das ganze muss nicht so streng sitzen, da es ja ohnehin verleimt wird. Beim probehalber Zusammenschieben der beiden Flächenhälften bin ich über die für mein Empfinden relativ starke V-Form sehr überrascht. Diese sollte für ausreichende Eigenstabilität des Charterle sorgen.
Vor dem endgültigen Zusammenfügen der beiden Flächenhälften muss noch das 40cm lange Servo-Verlängerungskabel (3.1 gramm) eingefädelt werden.
Aus der Bauanleitung geht nicht eindeutig hervor, ob der Flächenverbindungsholm mit den Flächen verleimt werden soll. Da ich in meinem Fall den Holm schrittweise so abgeschliffen habe, dass dieser saugend in der Fläche hält und die beiden Flächen ohnehin mit der Mittelrippe verklebt werden, belasse ich den Holm lediglich gesteckt.
Beim erneuten Durchsehen der Bauanleitung fällt mir auf, dass hier etwas von einem Dübel die Rede ist. Ach ja, da ist ja noch ein kleines Loch in der Mittelrippe und in der innersten Rippe jeder Flächenhälfte. Alles klar.
Zuerst klebe ich die Mittelrippe an eine Flächenhälfte und fixiere die Klebung mit ein paar Klammern. Der Holm sowie der Dübel sollte zu diesem Zeitpunkt eingesetzt bzw. geklebt sein, um die exakte Position sicherzustellen.
Auf dem Bild links kann man an der Lage des Holms bereits sehr gut die V-Form der Tragfläche erkennen.
Bei der Mittelrippe hat Robbe eine Ausnehmung vorgesehen, wo die Servoskabel aus der Fläche herausragen können, ohne irgendwo gequetscht zu werden.
Man merkt bei diesem Modell an vielen Details die große Erfahrung von Robbe bei Flugmodellen.
Die Mittelrippe wird reichlich mit Leim eingestrichen, damit auch wirklich kein Spalt freibleibt. Der beim Zusammenschieben überschüssige und somit austretende Leim kann problemlos weggewischt werden.
Dann spanne ich mit Klemmen die Hälften zusammen und lasse alles ordentlich aushärten.
So, die Tragfläche ist soweit einmal fertig. Inklusive Servoverlängerungen, jedoch ohne Servos, Querruder und Bespannung bringt die Fläche 64,5 gramm auf die Waage. Als nächstes widme ich mich dem Leitwerk…







Ich finde den Baubericht sehr gut und gerade für Anfänger sehr ausführlich geschrieben. Das macht Lust aufs eigene Modell und nimmt so manchem Beginner bestimmt auch die Angst vor dem ersten richtigen Bausatz. Also mach ma weiter so, es liest sich schön.
Gruß Mirko
Super Baubericht! Eine tolle Info für alle die mit dem Gedanken spielen sich dieses Modell zu kaufen! Weiter so – ich bin schon gespannt auf den Erstflug! Gruß agexx
Echt hilfreich deine Seite. Der Baubericht ist eine wirklich sehr gute Ergänzung zur Bauanleitung von Robbe. Der Baubericht hat mir in manchen Situationen weitergeholfen wo die Bauanleitung von Robbe eher etwas ungenau ist und kleinere Rätsel aufgab.
Klasse Baubericht. Ich habe mir, nicht zuletzt wegen deinem tollen Bericht, Heute auch ein Charterle bestellt. Allerdings werde ich wohl auf RC – und Antriebskomponenten aus der Restekiste zurückgreifen.
ein sehr intelligent geschriebener Text