Modellbau

Baubericht – Robbe Charterle

Zusammenbau des Charterle samt RC-Einbau

Nun geht es in die Zielgerade dieses Bauprojektes. Nach unzähligen Stunden bin ich endlich dort angelangt, wo man bei Schaumwaffeln beginnt…

Die Servos für Höhe und Seite werden im Rumpf an den dafür vorgesehenen (viel zu großen) Löchern eingesetzt. Ich habe sie – wie auch in der Bauanleitung von Robbe möglichst weit innen positioniert und mit den Schrauben, welche den Servos beiliegen dort fixiert.hoehenundseitenservos

Als nächstes werden von dem Bausatz beiliegenden 0.8mm Stahldraht 2 Stück mit je 360mm abgelängt und vom Führungsrohr jeweils 300mm. Bei den beiden Drähten wird jeweils ein Ende mit einer Z-Kröpfung versehen. Das geht mit einer Zange ganz einfach. Am Rumpfende muß rechts und links jeweils ein Schlitz geschnitten werden um dort die Drähte herausragen zu lassen. Ich fädle beide Drähte samt Führungsrohre über Kreuz durch den Rumpf. D.h. die Seitenruder-Anlenkung kommt links aus dem Rumpf, das Höhenruder rechts. Bei den Servos ist es genau umgekehrt. Das linke Servo ist für das Höhenruder zuständig und das rechte für das Seitenruder. seiteundhoehe

Jetzt kommt der Teil R32 zum Tragen und nun ist auch klar, warum man diesen nicht schon vorhin einkleben konnte. Die Drähte samt Führungsrohr durch den Schlitz von R32 geführt. Nun werden die Servos mittels Anschluss an den Empfänger in Neutralstellung gebracht. Ich verwende auch für Höhen- und Seitenruder die längeren Servoarme, welche jetzt auf die Z-Kröpfung der Anlenkung aufgeschoben werden können. Der Draht liegt hierbei an der Oberseite der Servoarme, welche wiederum auf die Servos so montiert werden, dass die Arme im rechten Winkel von den Servos nach aussen abstehen. Nicht vergessen, die Servoarme mittels Schrauben an den Servos zu fixieren!

Der Teil R32 wird nun mit ein wenig Leim am Spant R12 verklebt. R32 dient der Führung der Anlenkungsdrähte. Da abhängig von den eingesetzten Servotypen hier die Höhe variieren kann, macht es Sinn, diesen Teil erst jetzt einzukleben, wo man sicher sein kann, die exakte Ausrichtung zu kennen.

Um das Höhenleitwerk einzubauen, muss zuerst noch etwas von dessen Bespannung freigelegt werden. Andernfalls würde der Leim nicht ausreichend greifen. hoehenleitwerk

Hier ist äusserste Sorgfalt geboten um wirklich eine symmetrisch korrekte Position des Höhenleitwerks zu erreichen. Ich habe mir ein Maßband zur Hilfe genommen und einfach von der vorderen Kabinenecke zur Aussenkante des Leitwerks gemessen. Hat man auf beiden Seiten das gleiche Maß sitzt das Leitwerk korrekt.

Nun kann man die Position entweder mit einem Stift anzeichnen oder gleich mit dem Skalpel vorsichtig rundherum die Folie wegschneiden. Ich entscheide mich für die zweite Variante, da ansonsten möglicherweise etwas Farbe vom Stift auf der Folie sichtbar bleibt was äußerst unschön wäre.

Ich habe an dieser Stelle den freigelegten Bereich des Höhenleitwerks mit Leim eingestrichen und wieder exakt in den Rumpf eingesetzt und erst nachträglich das Höhenruder am Leitwerk montiert. Allerdings würde ich empfehlen, dies in genau umgekehrter Reihenfolge zu machen. Der Grund ist leicht erklärt:

Als Scharnier verwendet man auf beiden Seiten einen Tesastreifen. Beim Aufkleben des Klebestreifens sollte jedoch das Ruder ausgeschlagen sein, was im eingebauten Zustand vor allem für die Unterseite nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Das Seitenruder voll nach rechts ausgeschlagen. In dieser Stellung wird das Seitenruder mittels Tesastreifen auf das Leitwerk geklebt.

Das Seitenruder voll nach rechts ausgeschlagen. In dieser Stellung wird das Seitenruder mittels Tesastreifen auf das Leitwerk geklebt.

Das Seitenruder nach links ausgeschlagen. Jetzt wird in dieser Position ebenfalls ein Tesastreifen aufgezogen. Fertig ist das Tesascharnier!

Das Seitenruder nach links ausgeschlagen. Jetzt wird in dieser Position ebenfalls ein Tesastreifen aufgezogen. Fertig ist das Tesascharnier!

Um das Seitenleitwerk einzukleben wird an der dafür vorgesehenen Stelle auf der Oberseite des Rumpfes entlang ein Streifen (nicht nur die Schlitze) freigelegt. Zuerst ist es ratsam einmal den ordentlichen Sitz des Leitwerks zu überprüfen und erst dann die Verbindungsstellen einzuleimen. Um hier einen rechten Winkel zu bekommen kann man ebenfalls von der oberen Spitze des Seitenleitwerks zu den Aussenkanten des Höhenleitwerks messen, oder alternativ mit einem Geodreieck und einem quaderförmigen Gegenstand zwischen Geo-Dreieck und Seitenleitwerk den Winkel überprüfen.

Weiters werden bei den Quer-, Seiten- und Höhen-Ruder die Schlitze für die Ruderhörner freigelegt und dann die Ruderhörner – Achtung auf die Richtung – eingeklebt. Vorsicht: Der Bausatz enthält 2 verschiedene Ruderhorn-Varianten (Querruder und Höhen/Seitenruder). Die etwas höheren Hörner sind für die Querruder gedacht, die beiden anderen für Seite und Höhe. Am einfachsten auf die Vorlage in der Bauanleitung legen damit es keine Mißverständnisse gibt.

Ist das Leitwerk bereits soweit fest am Rumpf festgeklebt sowie Seiten- und Höhenruder mittels leichtgängigen Tesa-Scharnier ebenfalls montiert und die Ruderhörner eingeklebt, kann man das Gestänge entsprechend ablängen. Ich habe hierzu die Servos in Neutralstellung gebracht. Das Gestänge ist bereits mit der Z-Kröpfung in den Servoarmen beweglich montiert. Nun bringt man Seitenruder und Höhenruder ebenfalls in Neutralstellung (Lineal anlegen) und zeichnet dann mit einem Filzstift am Draht genau die Stelle an, wo sich der Draht mit dem Loch im Ruderhorn deckt. Der Draht wird nun abgelängt, jedoch nicht an genau der markierten Stelle sondern etwa um 10mm länger. Nun biegt man an genau der markierten Stelle einen rechten Winkel in den Draht. Bei dem Bild in der Anleitung steht der Draht für das Seitenruder von unten nach oben durch das Ruderhorn. Im Falle meines Charterle ist es so, dass der Draht, wenn ich ihn von oben nach unten (also genau umgekehrt) in das Ruderhorn stecke eine Spannung besitzt, die verhindert, dass der Draht wieder aus dem Ruder rutschen kann. Am besten vorher mal ausprobieren und erst dann biegen!

Beim Höhenruder ist es bei mir genauso wie in der Anleitung. Der Draht steht vom Rumpf weg.

Der Sporn wird in ähnlicher Manier wie das Höhenleitwerk an den Rumpf geklebt.

Zum Biegen des Fahrwerks ist schon um einiges mehr Kraftaufwand notwendig. Ich habe eine Kombizange verwendet, ein Schraubstock wäre jedoch sehr hilfreich. Ich habe das Fahrwerk mit dickflüssigem Superkleber in die Tasche im Rumpf eingeklebt. Das ist jedoch ziemlich stressig. Ich würde eher Epoxy empfehlen, da kann man in aller Ruhe noch alles ausrichten.

So, nun noch den Motor montieren, der Roxxy 2220/20 passt natürlich auf Anhieb, die Löcher sind exakt an der Stelle wo sie hingehören. Nachdem der Regler verstaut ist, schiebe ich noch die Empfängerantenne durch ein Bowdenzugröhrchen und lege dieses einfach in den Rumpf. So ist gewährleistet, dass die Antenne immer ausgelegt ist.

Jetzt nachdem die komplette RC-Elektronik verlegt ist, verpasse ich dem Fliegerchen noch transparente Fenster. Diese schneide ich ganz einfach aus Dokumenten-Klarsichtfolie aus und klebe mit Superkleber an die Rumpfinnenseite.

Die Querruder werden ebenfalls mit Tesafilm anscharniert und wiederum in Neutralstellung wird das Gestänge abgelenkt und gebogen. Ich weiche hier ein wenig von der Anleitung ab, welche vorsieht die Verbindung zwischen Ruderhorn und Gestänge lediglich per Schrumpfschlauch auszuführen. Ich biege hingegen den Draht so, dass er durch das Loch im Ruderhorn führt und kürze ihn dann dass nichts davon an der anderen Seite übersteht. Jetzt schiebe ich einen Schrumpfschlauch über beides und erhitze diesen mit dem Heissluftföhn. So bekomme ich auch hier ein spielfreies Scharnier.

Das Einstellen der Ruderausschläge ist routinesache und verläuft problemlos. Lediglich der Schwerpunkt des Modells ist trotzdem ich Standardkomponenten verwendet habe nicht dort wo er sein sollte. Da geht sich noch ein etwas schwerer Akku (mehr Kapazität) aus.

Hier noch ein paar Bilder meines fertigen Charterle:

charterle01


fertigescharterle

charterle02

Das Abfluggewicht meines Modells beläuft sich auf 350 Gramm mit einem 2s 450mAh LiPo.

Zugegebenermassen sieht das Charterle etwas nackt aus, wenngleich ich dem schlichten Design auch was abgewinnen kann. Wahrscheinlich werde ich keinerlei Dekor anbringen. Mal sehen.

Ich habe mal probehalber eine Messung des Antriebsstrang vorgenommen. Der Roxxy 2220/20 dreht die APC 8×3.8 SF mit 6500 U/min bei etwa 7A. Das ergibt laut Drivecalc etwa 325 Gramm Schub. Mit dem 450 mAh LiPo reicht das dann für etwa 3min Vollgas, für normalen Flug sollten gute 10min drin sein…

Der Erstflug steht noch aus. zZt. ist es etwas zu windig, mal sehen. Mehr Info’s folgen, sobald das Charterle in der Luft war.

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5 Kommentare zu Baubericht – Robbe Charterle

  • Mirko

    Ich finde den Baubericht sehr gut und gerade für Anfänger sehr ausführlich geschrieben. Das macht Lust aufs eigene Modell und nimmt so manchem Beginner bestimmt auch die Angst vor dem ersten richtigen Bausatz. Also mach ma weiter so, es liest sich schön.

    Gruß Mirko

  • agexx

    Super Baubericht! Eine tolle Info für alle die mit dem Gedanken spielen sich dieses Modell zu kaufen! Weiter so – ich bin schon gespannt auf den Erstflug! Gruß agexx

  • Bruchpilot

    Echt hilfreich deine Seite. Der Baubericht ist eine wirklich sehr gute Ergänzung zur Bauanleitung von Robbe. Der Baubericht hat mir in manchen Situationen weitergeholfen wo die Bauanleitung von Robbe eher etwas ungenau ist und kleinere Rätsel aufgab.

  • Stefan Weßels

    Klasse Baubericht. Ich habe mir, nicht zuletzt wegen deinem tollen Bericht, Heute auch ein Charterle bestellt. Allerdings werde ich wohl auf RC – und Antriebskomponenten aus der Restekiste zurückgreifen.

  • seen.by

    ein sehr intelligent geschriebener Text

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